Xxx Xxx stellt sich vor: Der entscheidende Unterschied

Professionelles Arbeiten mit Schlittenhunden unterscheidet sich vom Husky-Hobby ungefähr so, wie eine gewerbliche Autowerkstadt vom Feierabend-Autobasteln:
Zum einen werden höhere Qualitätsanforderungen an Einrichtung und Werkzeug gestellt, auf der anderen Seite ist die Erwartungshaltung des Kunden an einen Dienstleister enorm hoch, während man allgemein von einem Hinterhofschrauber nicht besonders viel erwartet, wenn man ehrlich ist sogar nur, dass es möglichst nichts kostet. Der Freizeitmechaniker wiederum schraubt natürlich aus Spaß an der Sache, typischerweise meist am eigenen Fahrzeug, weniger um Kunden zu befriedigen ... .


Für einen Schlittenhundebetrieb in einem dicht besiedelten Land wie Deutschland bedeutet dies natürlich einen speziellen Aufwand, der sich auch erheblich vom <<Früher, in der Arktis>> unterscheidet.

 
Ausbildung von Hunden
Schon um einen durchgehenden und sicheren Betrieb zu gewährleisten ist es nötig, ein rundum hohes Ausbildungsniveau der Hunde zu haben. Um auf Ergebnisse zu kommen, die Hund und Mensch befriedigen, muss rundherum Alles passen: Haltungsbedingungen, Welpenaufzucht, Soziale Strukturen im Rudel, Stimulation der Bedürfnisse der Hunde und die Praxis im Gespann erfordern einem ziemlichen Zeitaufwand und viel Geduld. Mit nur einem einzigen Leithund beispielsweise braucht man erst gar nicht unternehmerisch tätig werden wollen. Was dies für so altmodische Hunde bedeutet, deren psychischer wie physischer Reifeprozess mindestens 5 (fünf) Jahre dauert, zeigen wir Ihnen gerne in der Praxis.
Überließen die Ureinwohner des Nordens (Eskimos / Indianer) Ihre Hunde oft sich selber, wenn Sie diese nicht zum Tragen, Ziehen oder Jagen brauchten, nützen wir ganzjährig Kapazitätsfreie Zeit um unsere Hunde zu schulen. Auch in warmen Monaten ist es unabdinglich den Arbeitstrieb solcher Hunde physisch wie psychisch zu stimulieren. Wem klar ist, dass die größte Abkühlung der Erde im Sommer nachts um 2 Uhr stattfindet, kann sich ungefähr ausrechnen, wie wir im Hochsommer unsere Nächte verbringen und was wir um 7 Uhr morgens tun, wenn Sie zur Arbeit fahren.
 
Einfliegen von Eskimohunden aus Alaska
Huskies wie man sie in Europa kennt, haben natürlich keinen vergleichbaren Arbeitstrieb, da es sich hierbei ausschließlich um Schauhundezuchten bzw. Rennhundezuchten handelt, wo natürlich solch ein Merkmal nicht vorteilhaft wäre. Wenn wir von Arbeitstrieb sprechen, ist die genetische Veranlagung gemeint, die es einem Hund ermöglichen, über Stunden schwer zu ziehen, sich gleichzeitig auf seine Umgebung zu konzentrieren, bei wenig Nahrungsverbrauch.
(Es ist ein gängiger Irrtum, man könne irgendeinem Hund, der sich schon kaum ein Arbeitsgeschirr überstreifen lässt, einen nennenswerten Arbeitstrieb antrainieren.)
Dies ist nun der Grund, wieso wir auf Hundebestände in Alaska zurückgreifen: Hunde, die praktisch seit hunderten von Jahren genetisch unverändert existierten und deren Fähigkeiten durch das Arbeiten und Überleben mit Menschen unter schwierigsten Verhältnissen geformt wurden. Unsere einzigartigen Huskyerlebnisse sind wiederum den Hunden angepasst und nicht umgekehrt. Genau gesagt gäbe es keine solchen Hunde, gäbe es keine Firma Xxx Xxx.....
Solche extremen Veranlagungen machen solche Hunde natürlich gänzlich unbrauchbar für den Feierabendgebrauch. Logisch, dass die Stärken unserer Hunde nicht nur im ausdauernden Ziehen liegen, es ist alles komplexer, als hier darstellbar. Viele Details in Charakter und Konstitution formen einen brauchbaren Hund - praktisch Alles außer schönes Aussehen.
 
Paarung / Wurf , Alaska
Entwickeln von Material
Da wie überall auch auf dem Schlittenhundezubehörsmarkt die Nachfrage das Angebot regelt, entwickeln wir praktisch sämtliches Material selbst . Vollmundige Werbetexte, die die Eignung für härteste Verhältnisse anpriesen (Schlittenhundewagen), stellten sich als reiner Blödsinn gepaart mit dem Dilletantismus des Herstellers heraus. Bei Schlitten und Zuggeschirren etc. haben wir wenig Lehrgeld bezahlt, da nichts auf dem Markt war, das den Anschein erweckte, es wäre geeignet für unsere Unternehmung. Beispielweise sind die heute allgemein verbreiteten Hundegeschirre nicht für längeres Ziehen geeignet - ein Grund für die Hüftprobleme vieler Schlittenhunde, die am Wheel (direkt vor dem Schlitten) laufen. In Alaska hat mir die Frau, von der wir unsere Hunde bekommen (eine erfahrene Buschbewohnerin) gezeigt, auf was es ankommt und wir haben aus Relikten der guten alten Zeit moderne ergonomisch angepasste Geschirre entwickelt, damit unseren Hunden solche Schädigungen erspart bleiben. Wie früher schon für die Buschgänger ist auch heute noch ein zehnjähriger Leithund mehr wert als ein vierjähriger.
Wir haben uns für den Eigenbedarf eine Werkstatt zum Schlossern und Schreinern eingerichtet, sowie eine Nähstube für Planen und Geschirre. Es gibt übers Jahr genug für drei Leute zu tüfteln und entwickeln, um die Ergonomie für Gast, Hund, Hundeführer zu optimieren. Kaum hat man das Neue gebaut, fällt einem schon wieder etwas ein, was auch noch ganz praktisch wäre... (infectus schwabiensus = Angeborene Krankheit des schwäbischen Menschen, zwanghafter Hang zum Tüfteln und Erfinden / genetisch bedingt)

Genehmigungen, Lizenzen: Hundehaltungen unterliegen in Deutschland gesetzlichen Richtlinien, die u. a. durch die Veterinärbehörden kontrolliert werden. Gewerbliches Arbeiten mit Tieren ist genehmigungspflichtig. Unter anderem muß ein Sachkundigkeitsnachweis erbracht werden, um eine entsprechende Lizenz zu erhalten.
Selbstverständlich gäbe es noch diverse Aspekte unserer Arbeit darzustellen, ich dachte ich zähle mal die interessanteren auf: Weil Zwingerreinigung, Hundestreicheln, unfreiwillige Ausbildung zum Juristen, Bürokratie etc. ... kennt sowieso jeder.
 
Happy Trails
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